25.5September 1939
lerr n Leon L6vy, Villa Campecina
Le
Cannet(A,.M. X
Sehr geehrter Herr,
Die Ereignisse der letzten Woche haben vieles verän-
lert.Der Kunstfreund,der bereit gewesen wäre,Ihr Bild für
F”r.1000 zu erwerben, mit der Zusage, dass er es später dem
Zürcher Kunsthaus überweisen würde, hat sich zurückgezogen
Ich habe versucht einen andern Gönner zu finden, aber die
Aufgabe ist sehr undankbar, weil einmal die Zuschreibung an
Hogartih.sich doch nicht aufrecht erhalten lässt. Das Bild
scheint wohl englisch zu sein und ungefähr aus der Zeit von
Hogäarth zu stammen, die Werke dieses Meisters sind aber bei
aller Aehnlichkeit in der satyrischen Gesamtauffassung in
den malerischen Einzelheiten doch viel freier und in der Linie
zpösser.
Sodann wird mir immner,und natürlich nicht ganz ohne
Recht, entgegen gehalten, das Bild sei nicht unberührt, in
Landschaft und Himmel sei es so weit abgerieben, dass der röt
liche B&@usgründ durehebine und bei den Figuren befinden sich
verschiedene verdorbene Stellen, die ausgek£ttet und nur unzu-
Llänglich wieder mit Farbe gedeckt seien.
Schliesslich hat sich noch jemand gefunden, der erklärt,
es stehen ihm Fr.580 zur Verfügung und er sei bereit, diesen
Jetrag bis zum 5.0ktober offen zu halten.Nach diesem Datum wür-
ie er ihn für etwas anderes verwenden. Ich gebe Ihnen auf alle
tälle davon Kenntnis und sehe Ihrer vositiven udedr negativen Aeus-
serung entgegen,innerhalb der genannten Frist.
In vorzüglicher Hochachtuns
Direktor des Zürcher Kunsthauses