Full text: Korrespondenz Zürcher Kunstgesellschaft, Sammlung, 01.01.1939-31.12.1939

25.5September 1939 
lerr n Leon L6vy, Villa Campecina 
Le 
Cannet(A,.M. X 
Sehr geehrter Herr, 
Die Ereignisse der letzten Woche haben vieles verän- 
lert.Der Kunstfreund,der bereit gewesen wäre,Ihr Bild für 
F”r.1000 zu erwerben, mit der Zusage, dass er es später dem 
Zürcher Kunsthaus überweisen würde, hat sich zurückgezogen 
Ich habe versucht einen andern Gönner zu finden, aber die 
Aufgabe ist sehr undankbar, weil einmal die Zuschreibung an 
Hogartih.sich doch nicht aufrecht erhalten lässt. Das Bild 
scheint wohl englisch zu sein und ungefähr aus der Zeit von 
Hogäarth zu stammen, die Werke dieses Meisters sind aber bei 
aller Aehnlichkeit in der satyrischen Gesamtauffassung in 
den malerischen Einzelheiten doch viel freier und in der Linie 
zpösser. 
Sodann wird mir immner,und natürlich nicht ganz ohne 
Recht, entgegen gehalten, das Bild sei nicht unberührt, in 
Landschaft und Himmel sei es so weit abgerieben, dass der röt 
liche B&@usgründ durehebine und bei den Figuren befinden sich 
verschiedene verdorbene Stellen, die ausgek£ttet und nur unzu- 
Llänglich wieder mit Farbe gedeckt seien. 
Schliesslich hat sich noch jemand gefunden, der erklärt, 
es stehen ihm Fr.580 zur Verfügung und er sei bereit, diesen 
Jetrag bis zum 5.0ktober offen zu halten.Nach diesem Datum wür- 
ie er ihn für etwas anderes verwenden. Ich gebe Ihnen auf alle 
tälle davon Kenntnis und sehe Ihrer vositiven udedr negativen Aeus- 
serung entgegen,innerhalb der genannten Frist. 
In vorzüglicher Hochachtuns 
Direktor des Zürcher Kunsthauses
	        
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