Kunstsammlungen
Karl Stauffer ist vertreten durch zehn bedeutende Bildnisse und
Studien, Ferdinand Hodler durch die Mehrzahl der seinerzeit bahn-
brechenden und heute noch überragenden Hauptwerke; das Gebet im
Kanton Bern, die Nacht, die eine Fassung des Tag, die Enttäuschten
Seelen, die Eurythmie, den Auserwählten; dazu das frühe Selbstbildnis
„Der Zornige‘‘ und die grosse Originalfassung des Holzhauers. Die gra-
phische Sammlung umfasst Blätter von Niklaus Manuel, Hans Holbein,
Tobias Stimmer, Joseph Werner, der Berner Kleinmeister des 18. und
19. Jahrh., von Karl Stauffer, Callot, Ingres, Isabey, Poussin, Watteau.
{m Museum von Lausanne erscheinen von den grossen französischen
Porträtisten Rigaud, Mignard, Largilliere, Coypel, Gerard mit Bildnissen
von Fürsten und Staatspersonen; bescheidenere französische, deutsche
und schweizerische Namen und unbekannte Meister werden gestützt
durch die geistige und gesellschaftliche Bedeutung ihrer Modelle,
Madame de Warens, Franklin, Gibbon, Laharpe, oder gerechtfertigt
durch die Anmut der Darstellung. Neben grosse Barockstücke von
Luca Giordano, „Salomon als Richter‘, „Jakob und Rahel‘, und
G. Honthorst, treten stille italienische Landschaften von Gaspard
Poussin, eine schwungvolle florentinische Skizze zu Jupiter mit der
Ziege Amalthea, Landschaften mit Räubern und Landschaften mit
Heiligen von B. Torregiani und P. F. Mola, eine Wunderheilung von
Jouvenet, Soldatenbilder von van der Meulen und Wouwerman, hollän-
dische Landschaften von Aelbert Cuyp, Jakob Ruysdael, Willem und
Adriaen van de Velde, J. B. Weenix, eine Kneipe von Adriaen van Ostade.
L. Arlaud erweist sich in einem schlafenden Adam, einem jugend-
ichen Reiter auf einem Ziegenbock und einigen Studienköpfen als
54 „er eines milden Klassizismus. Ursprünglicher in ihrer Art sind
dei Waadtländer Sablet und die Genfer J. D. Huber und P. de la Rive
mit ihren ruhigen Hirtenlandschaften. Diday und Calame vermitteln
zwischen der ältern und der neuen schweizerischen Malerei. Diese ist
mit reifen Proben von Anker, Baud-Bovy, Koller, Welti, Paul Robert,
Bieler, Hodler belegt. Vorherrschend sind die Waadtländer Künstler
des 19. und 20. Jahrh. ; die Sammlung Gleyre, Gemälde, Studien, Zeich-
nungen, ist ein Museum im Museum; Burnand tritt hervor mit einem
Kolossalbild, „Pflüger im Jorat‘‘; für den Freund neuester Malerei sind
besonders wertvoll die Gruppen Auberjonois, Hermenjat, Vallotion.
Genf besitzt in der Stiftung von Gustave Revilliod, der „Arlana‘‘,
Sammlungen von auserlesenen Kostbarkeiten, Neben Tausenden von
Prunkstücken in Porzellan und Fayence, Hunderten von etruskischen,
griechischen und römischen bemalten Vasen, Waffen, Möbeln, Lack-
und Emailarbeiten, Glasgemälden, Medaillen, Münzen, Gläsern, Gold-
schmiedearbeiten, enthält dieses Museum über dreihundert Gemälde
nach Schulen gruppiert, eine Bildnisgalerie, besondere Sammlungen
von Familienbildnissen, Mappen mit Pastellen, Aquarellen, Zeich-
nungen, 1300 gerahmte Kupferstiche, 10,000 Bücher, Handschriften
und seltene Drucke vom 13. bis 19. Jahrh., einige hundert gerahmte
Zeichnungen, über 2000 Holzschnitte aller Schulen vom 15. bis 19.
Jahrh. und weitere. nach verschiedenen Gesichtspunkten gebildete