Full text: Korrespondenz Zürcher Kunstgesellschaft, Sammlung, 01.01.1939-31.12.1939

Kunstsammlungen 
Sondergruppen von Gemälden, Zeichnungen und Druckgraphik. Was 
davon schweizerisch ist, gehört meistens zum engern Kreis der west- 
schweizerischen und Genfer Kunst des 18. und 19. Jahrh., mit Liotard, 
Freudenberger, Mind, Lory, Dunker, Massot, Tepffer, Saint-Ours, 
Agasse, de la Rive, Lugardon, Diday, Calame, Dunand, Durand, Duval, 
Firet, Humbert, Vautier, van Muyden. Die holländische Gruppe weist 
unter 120 Bildern die besten Namen der Landschafter und Kleinmeister 
des 17. Jahrh. auf; unter den Franzosen erscheinen Claude Lorrain, 
Poussin, Dughet, Mignard, Rigaud, Largilliere, Latour, Callot, Coypel, 
Gerard; eine Tribuna und die Porträtsammlung vereinigen Italiener 
des 16. bis 18. Jahrh., einige Spanier wie Murillo und Ribera und von 
Niederländern z. B. Memling, Lucas van Leyden, Gossaert, Massys, 
Morelsee, Mierevelt. 
Im grossen „Städtischen Kunstmuseum‘ Genfs sind auch die 
historischen und archäologischen Sammlungen untergebracht. In den 
weiten Hallen und breiten Treppenläufen hängen die grossen Kartons 
zu „Marignano‘* und ‚Murten‘ und die 1896 geschaffenen Einzel- 
figuren von Kriegern und Handwerksmännern von F erdinand Hodler. 
Auf dem Treppenabsatz stehen Skulpturen: zwei Gruppen lebens- 
grosser Figuren „Vergangenheit“ und „Zukunft“ von C. A. Angst, 
Bronzen von Rodin, Dalou, Cari68s, Pradier; in einem Saal 36 Arbeiten 
in Bronze und Stein von Rodo von Niederhäuserrn, SO die beiden Ver- 
lainebildnisse, die Büsten Carpeaux, Favon, Taillade, einige weibliche 
Köpfe, die grossen Steinreliefs Melancholie, Adam und Eva, Verlorenes 
Paradies, kleinere Figuren und Gruppen wie Sommer, Venusdurchgang, 
Ophelia, Psyche, Nocturno, Arbeiterin, Bacchusopfer, Amertume, 
Femme au Tub, Badende, der grosse „J eremias‘‘. Sichtbar bemüht sich 
dar /useum um eine umfassendere Darstellung der schweizerischen 
Bil luerei unserer Tage, auch in weitern einzelnen Werken von Angst, 
Heer, Zimmermann, Suter, Sarkissof, F rancois Baud, Ed. Kohler, 
G. Caron, J. Dunand und wieder einer Kollektion von Arbeiten des 
Genfers James Vibert. 
Das beste Rousseaubildnis des Museums ist von Quentin de la Tour, 
von dem die Sammlung auch weitere Meisterwerke verwahrt, und 
die Genfer Necker und Tronchin erscheinen in der Salle Liotard in 
Büsten von der Hand Houdons. Neben Bildnismalern, die im Schatten 
von Liotard stehen, Z. B. Petitot, neben Miniaturisten und Emailleuren, 
deren Kunst in der Genfer Dosen- und Uhrenmalerei ihren Hintergrund 
und Ausgangspunkt besitzt, ist die schon im 18. Jahrh. bestehende 
Genfer Landschaftsmalerei der J. und J.-D. Huber und P. De la Rive 
vertreten, ebenso ihre Nachfolger auf gleichem und neuem Gebiet, 
Saint-Ours, Agasse, Massot, W. A. Toepffer, dann die Romantiker 
Diday, Calame, Hornung, Höbert, Lugardon- und ihre Schüler. Die 
Entwicklung wird lückenlos bis zur Schwelle der Neuzeit geführt. Von 
Corot besitzt das Museum acht Bilder, Barthelemy Menn herrscht in- 
mitten eines Kranzes von Arbeiten seiner Genfer Schüler und Freunde, 
F. Simon, A. var Muyden, Bodmer, Rehfous, Pignolat, Duval. Den 
Maler Ferdinand Hodler zeigt das Genfer Museum, mit Ausschluss der 
zrossen J deenbilder, in Landschaften und Bildnissen, mit Jugend-
	        
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