Kunstsammlungen
Sondergruppen von Gemälden, Zeichnungen und Druckgraphik. Was
davon schweizerisch ist, gehört meistens zum engern Kreis der west-
schweizerischen und Genfer Kunst des 18. und 19. Jahrh., mit Liotard,
Freudenberger, Mind, Lory, Dunker, Massot, Tepffer, Saint-Ours,
Agasse, de la Rive, Lugardon, Diday, Calame, Dunand, Durand, Duval,
Firet, Humbert, Vautier, van Muyden. Die holländische Gruppe weist
unter 120 Bildern die besten Namen der Landschafter und Kleinmeister
des 17. Jahrh. auf; unter den Franzosen erscheinen Claude Lorrain,
Poussin, Dughet, Mignard, Rigaud, Largilliere, Latour, Callot, Coypel,
Gerard; eine Tribuna und die Porträtsammlung vereinigen Italiener
des 16. bis 18. Jahrh., einige Spanier wie Murillo und Ribera und von
Niederländern z. B. Memling, Lucas van Leyden, Gossaert, Massys,
Morelsee, Mierevelt.
Im grossen „Städtischen Kunstmuseum‘ Genfs sind auch die
historischen und archäologischen Sammlungen untergebracht. In den
weiten Hallen und breiten Treppenläufen hängen die grossen Kartons
zu „Marignano‘* und ‚Murten‘ und die 1896 geschaffenen Einzel-
figuren von Kriegern und Handwerksmännern von F erdinand Hodler.
Auf dem Treppenabsatz stehen Skulpturen: zwei Gruppen lebens-
grosser Figuren „Vergangenheit“ und „Zukunft“ von C. A. Angst,
Bronzen von Rodin, Dalou, Cari68s, Pradier; in einem Saal 36 Arbeiten
in Bronze und Stein von Rodo von Niederhäuserrn, SO die beiden Ver-
lainebildnisse, die Büsten Carpeaux, Favon, Taillade, einige weibliche
Köpfe, die grossen Steinreliefs Melancholie, Adam und Eva, Verlorenes
Paradies, kleinere Figuren und Gruppen wie Sommer, Venusdurchgang,
Ophelia, Psyche, Nocturno, Arbeiterin, Bacchusopfer, Amertume,
Femme au Tub, Badende, der grosse „J eremias‘‘. Sichtbar bemüht sich
dar /useum um eine umfassendere Darstellung der schweizerischen
Bil luerei unserer Tage, auch in weitern einzelnen Werken von Angst,
Heer, Zimmermann, Suter, Sarkissof, F rancois Baud, Ed. Kohler,
G. Caron, J. Dunand und wieder einer Kollektion von Arbeiten des
Genfers James Vibert.
Das beste Rousseaubildnis des Museums ist von Quentin de la Tour,
von dem die Sammlung auch weitere Meisterwerke verwahrt, und
die Genfer Necker und Tronchin erscheinen in der Salle Liotard in
Büsten von der Hand Houdons. Neben Bildnismalern, die im Schatten
von Liotard stehen, Z. B. Petitot, neben Miniaturisten und Emailleuren,
deren Kunst in der Genfer Dosen- und Uhrenmalerei ihren Hintergrund
und Ausgangspunkt besitzt, ist die schon im 18. Jahrh. bestehende
Genfer Landschaftsmalerei der J. und J.-D. Huber und P. De la Rive
vertreten, ebenso ihre Nachfolger auf gleichem und neuem Gebiet,
Saint-Ours, Agasse, Massot, W. A. Toepffer, dann die Romantiker
Diday, Calame, Hornung, Höbert, Lugardon- und ihre Schüler. Die
Entwicklung wird lückenlos bis zur Schwelle der Neuzeit geführt. Von
Corot besitzt das Museum acht Bilder, Barthelemy Menn herrscht in-
mitten eines Kranzes von Arbeiten seiner Genfer Schüler und Freunde,
F. Simon, A. var Muyden, Bodmer, Rehfous, Pignolat, Duval. Den
Maler Ferdinand Hodler zeigt das Genfer Museum, mit Ausschluss der
zrossen J deenbilder, in Landschaften und Bildnissen, mit Jugend-