Kunstsammlungen
arbeiten, Werken aus den Mannesjahren und einigen Spätwerken aus
der letzten Genfer Zeit.
Die übrigen Schweizer Maler, so vollgültig in ihrer Art die Bilder
von Anker, Koller, Stauffer, Welti und mancher jüngeren sich präsen-
jeren, wirken daneben eher nur als Begleitung; gleich wie die be-
deutenden Proben älterer italienischer und französischer Malerei von
Fra Bartolommeo, Domenichino, Christoforo Allori, Caravaggio, Guido
Reni, Piazzetta, Ph. de Champaigne, Mignard, Rigaud, Largilliere,
Nattier, Coypel, Greuze, und die neueren und neuesten Franzosen wie
Zer£cault, Delacroix, Courbet, Diaz, Harpignies, Rousseau, Carriere,
Sisley, Pissaro, Renoir, Cezanne, Besnard; oder die beiden überaus
wertvollen Doppeltafeln des Petrusaltars von Conrad Witz von 1444.
In Zürich unterhält die Eidgenössische Technische Hochschule eine
‚Küpferstich- und Handzeichnungssammlung‘‘, eine wohl abgerundete
Vertretung der Klassiker von Kupferstich und Holzschnitt. Besondere
Bedeutung und eine in der Schweiz überragende Stellung gibt ihr der
reiche Besitz an Blättern von Dürer und Rembrandt. Der Schwei-
zerische Charakter ist betont durch die reichen Bestände an Land-
schaftstichen und Zeichnungen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts.
Das Zürcher Kunstmuseum, im Kunsthaus am Heimplatz, setzt an
lie erste Stelle die schweizerische Malerei der letzten fünfzig Jahre.
An einen grossen Saal mit breit malerischen Bildern und Studien des
Fier- und Landschaftsmalers Rudolf Koller, gegen zwanzig Werken
von Arnold Böcklin, darunter Frühlings Erwachen, die Gartenlaube,
ler Krieg, Venus Genitrix, die Fischpredigt des hl. Antonius, und Land-
schaften von Stäbli und Zünd, Figuren von Anker, Baud-Bovy, Buchser,
legen sich kleinere Räume mit einer Sammlung Albert Welti — Wal-
each Elternbildnis, Geizhals, Haus der Träume, Ehefries, Bild-
usF „und Bildergruppen von Stauffer, Stückelberg, Buri, Amiet,
3. Giacometti, Vallet, Barraud, P. B. Barth, A. Blanchet, R. Auberjonois.
Sie führen zu.den drei Sälen mit der umfangreichsten Sammlung von
Werken F. Hodlers, die besteht: 70 Bildnisse, Landschaften, Einzel-
liguren und grosse Kompositionen aus den Jahren 1872 bis 1918; drei
Selbstbildnisse von 1874, 1892 und 1916 zeigen den Künstler als Jüng-
ing, Mann und Greis; die grossen Kompositionen folgen sich durch
vier Jahrzehnte: Turnerbankett 1877/78, Schwingerumzug 1882 (1896
teilweise überarbeitet), Rückzug von Marignano, ältere Fassung 1896/97,
neuere Fassung 1898, um 1913 überarbeitet, der Tag 1899/1900, die
Wahrheit 1903, der bewunderte Jüngling 1904, die heilige Stunde
1907, Einmütigkeit 1913, Blick in die Unendlichkeit 1916.
Die Zürcher Maler der Gegenwart, gleich wie die des 17., 18. und
19. Jahrh., sind in eigenen Räumen vereinigt; so auch die schwei-
zerischen Landschafter und Genremaler des 19. Jahrh. Eine Skulp-
!urengalerie umfasst neben einer bescheidenen Vertretung des Aus-
'andes in Bronzen von Hildebrand, Despiau, Maillol, Degas, hauptsächlich
Schweizer der heutigen Generation: C. Burckhardt, H. Haller, E. Heller,
H. Hubacher, Aug. Heer, E. Bick, E. Kissling, A. Meyer, E. Zimmer-
mann, P. Osswald, J. Schwyzer. In der Malerei leuchten einige Italiener