Zürcher Kunstgesellschaft
Aerrn
PF.,S3a1feld-Oppe,
Zürich, den 15, Januar 1540
„04lis,Kanton
3t.Gallen
Sehr geehrter Herr,
Nach dem Eintreffen Ihres Briefes vom 8, Januar habe
ich mit zwei Herren gesprochen, die nach meiner Ansicht für
Ihren Vorschlag einer Belehnung Ihrer Sammlung von Radierun-
zen französicker und englischer Meister des XIX. Jan rhunderts
hätten Interesse haben dürfen, An beiden Orten habe lich aber
arfshren müssen, dass aus der gegenwärtigen colitischen Lage
nur die Verpflichtung zu ausserordentlickher Vorsicht und Zu-
fückhaltung sbgeleitet wird,
Es bleiben noch zwei Sammler, die nach meiner Kenntnis
für Ihre Blätter etwas übrig haben dürften, Der eine ist
Herr K.Sponagel-Hirzel, Wohnhaft Tobelhofstr=sse Z in Zürich
ler andere NYonsieur le pasteur William Cuendet, Avenue Secre-
tan 13 ‚Lausanne, Der französiche Pfarrer, Herr Cuendet, hat
Zürich vor einigen Jahren verlassen, ich halte es aber nicht
für ohne weiteres sussichtslos, wenn Sie ihm Ihren Vorschlag
unterbreiten. Herr Sponagel ist Mitglied unserer Sammlungs-
kommission und unseres Vorstandes, ich schreibe ihm gleich-
zeitig, dass ich Ihnen seinen Namen genannt habe,
In beiden Fällen scheint es mir aber unerlässlich,
3ass Sie Ihrem Brief zum mindesten- einen Auszug aus Ihrem
Sammlungsimventar beilegen, damit die Herren bereits eine An-
schsuung von deren allgemeinem Charakter und allfälligen be-
sonders wichtigen Bestandteilen sich bilden können.Auf den
Brief allein wäre wohl nur eine kühle Ablehnung zu erwarten.