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Blatt zum Brief vom 7.8.42 an
lerrn Direktor Dr. W., Wartmann, Zürich
einander gemacht werden müssen, weil sonst die Farbskalen nicht auf-
zinander abgestimmt werden können. Wegen der Liefertermine haben wir
nit Aberegg-Steiner vertragliche Vereinbarungen getroffen (um sie
ey zu können, hat die Firma zusätzliche Arbeitskräfte einge-
stellt).
Die erste Serie der Vorlagen, die uns von Privaten und dem Kunst-
nuseum Bern resp. der Gottfried Keller Stiftung zur Verfügung gestellt
worden ist, befindet sich bereits in Bern mit Ausnahme eines Bildes;
ilieses achte Bild hätte sein sollen:
das Gemälde von Heinrich Wüest, "Der Maler am Zürichsee”, Inventar-
nummer 1024 der Sammlung des Zürcher Kunsthauses.
Der Verlag Fretz & Wasmuth hat sich vor kurzem an die Zürcher Kunst-
Jesellschaft gewandt mit der Bitte, das Gemälde für 3 Wochen Aberegg-
Steiner übergeben zu dürfen. In Ihrem Brief vom 4.ds. an den Verlag
schreiben Sie, dass schlechte Zrfahrungen Sie veranlassen, künftighin
keine Kunstwerke mehr aus dem Hause zu geben. Ich begreife Ihre Be-
ljenken vollauf, denn Sie tragen schliesslich die Verantwortung für
lie untadelige Konservierung der dem Kunsthaus anvertrauten Bilder
ınd Kunstwerke,
Wenn ich Sie trotzdem bitte, für iiesmal noch eine Ausnahme zu machen,
30 geschieht es deshalb, weil es äusserst schwierig ist, die Reproduk-
tionsvorlage für den Offsetdruck im Kunsthaus herzustellen. Es ent-
stehen uns dadurch Mehrkosten im Betrage von Fr. 500.- für dieses eine
Bild; dazu muss noch ein Angestellter der Firma Aberegg-Steiner für
mindestens eine Woche nach Zürich kommen, ebenfalls zu unsern Llasten.
Das wäre jedoch nur ein Notbehelf, denn die Keproduktion kommt auf
liese Weise nicht so- heraus, wie wir sie haben müssen. Wenn Sie uns
las kleine Bild für 3 Wochen übergeben, verspreche ich Ihnen, dass
ses mit der grössten Sorgfalt behandelt werden soll; es wird keineswegs
ver Post geschickt, sondern durch einen Fachmann abgeholt und wieder
zurückgebracht. Selbstverständlich wird es auch zu einer von Ihnen
anzugebenden Summe versichert. Eine grosse Reihe von Privatsammlern
und die Museen von Basel und Bern hatten keine Bedenken, uns ihre Ge-
mälde anzuvertrauen.
5o möchte ich Sie denn, sehr verehrter Herr Direktor, bitten, nochmals
auf Ihren Entschluss zurückzukommen; Sie würden uns damit aus einer
zrossen Verlegenheit helfen. Ich bin selbstverständlich gerne bereit,
jem Sammelfonds dafür einen Sonderbetrag zuzuweisen.
Mit verbindlichen Grüssen und vorzüglicher Hochachtung
Ihr —_
AO rer sr Tee.
Ir. Me
{DO