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Zürich, den 28, November 1941,
Herrn
Dr, Franz Meyer
Präsident der Zürcher Kunstgesellschaft
Kunsthaus
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Sehr geehrter Herr Doktor,
Ich möchte Ihnen die durch Herrn Dr.
Yartmann ausgeführte Seantwortung meines an Sie gerichteten Schreibens
bestens verdanken, Die darin dargestellten Gesichtspunkte für die
Zusammenstellung der Sammlung der ZKC sind sehr schön, und es gehen
sicher alle interessierten Kreise damit einig, dass die "Reinheit
und StärkE8 eines Kunstwerkes für den Ankauf allein massgebend sein
sollten. In aller Anerkennung der von der ZKG geleisteten Arbeit
darf man sich doch die Frame stellen - hauptsächlich nachdem der
Vergleich mit privaten Sammlungen ermöglicht wurde = ob die detaillier-
te, praktische Ausführung den im Briefe von Herrn Dr. Wartmann ausge-
führten ideellen Crundsätzen entspricht, und ob das gesteckte Ziel
erreicht wurde, Ich erlaube mir deshalb, mit dem Vorschlaze an Sie
zu gelangen, im kommenden Jahre 1942 eine Ausstellung der in den letz-
ten 10 Jahren von der ZEC angekauften Werke zu machen, Diese Aus-
stellung kostet wenig Geld und der Zeitpunkt wäre auch insofern gzün-
stig, als in Kriegszeiten keine oder wenig Bilder vom Ausland herein-
gelassen werden und damit Schwierigkeiten für interessante Ausstellun-
gen entstehen. Cewiss würde die von mir angeregte Ausstellunzm das
Interesse vieler VWitglieder wieder wachrufen und wäre auch als Basis
und Grundlage für eine in unserer Zeit leider selten gewordene Dis-
kussion über künstlerische Fragen zu begrüssen.
Hochachtunzssvoll