Hotel Belvedare, Weissbad b/Appenzell,
Y. Jamuar, 1941
Herrn Dr. Wartmann, Direktor
des Kunsthaus
Zürich
3enr geehrter Herr Direktor
Von Herrn Professor Erik von Stockar, Schloss Castel
bei Tägerwilen, Thurgau, auf Ihre w.Adresse aufmerksam gemacht,
srlaube ich mir, Ihnen beiliegend die Photographie von einem
alten Gemälde zuzusenden das in meinem Besitze ist und eventl.
veräussert würde.
Das Gemälde selbst 1st ca. 80 cm. hoch. Die Rahme ist
neu, altgold patinirt. Das Gemälde stellt die Hl. Katharina von
Alexandrien dar, die königlichen Geblütes, mit einem Rad mit
Zacken gemartert wurde und 307 gestorben ist. Das Gemälde ist
tatsächlich sehr gut, leider ohne Signirung-.
Längeres Nachsuchen hat bis jetzt ergeben, dass ein
Original, nach welchem es.eine Copie sein könnte, bis jetzt nicht
bekannt geworden. Es könnte somit sich um ein Original handeln.
Dieses Gemälde dürfte aus dem 17.Jahrhundert stammen. Es
Lässt auf einen Spanier schliessen, ev. einen Nachläufer des
Murillo. Doch kann es ganz gut auch von einem Italiener stammen, viel-
leicht sogar von einem Franzosen oder Deutschen, da ja im 17.und
L8.Jahrhundert unendlich viele ähnlich gemalt wurden.
Eine wenn auch ganz kurze Ansichtsäusserung würde mich sehr
zu Dank verbinden.
Ich bin, wenn Sie sich für die Sache interessieren, sehr
gerne bereit, Ihnen das Gemälde nach Zürich zu bringen und eV. auch
auf Wunsch einige Zeit zur Ausstellung dort zu lassen.
Ich würde persönlich damit nach dort kommen, wobei dann
auch über Alles genau gesprochen werden könnte.
Ich sehe also vorerst Ihren gefl. Nachrichten entgegen
ınd danke Ihnen zum Voraus verbindlich dafür.
Indessen zeichne mit der Versicherung vorzüglicher
Hochachtung ergebenst:
DO A
IRA
Beilagen:
l Photo
L frankirtes Couvert