Volltext: Korrespondenz Zürcher Kunstgesellschaft, Sammlung, 01.01.1941-31.12.1942

Hotel Belvedare, Weissbad b/Appenzell, 
Y. Jamuar, 1941 
Herrn Dr. Wartmann, Direktor 
des Kunsthaus 
Zürich 
3enr geehrter Herr Direktor 
Von Herrn Professor Erik von Stockar, Schloss Castel 
bei Tägerwilen, Thurgau, auf Ihre w.Adresse aufmerksam gemacht, 
srlaube ich mir, Ihnen beiliegend die Photographie von einem 
alten Gemälde zuzusenden das in meinem Besitze ist und eventl. 
veräussert würde. 
Das Gemälde selbst 1st ca. 80 cm. hoch. Die Rahme ist 
neu, altgold patinirt. Das Gemälde stellt die Hl. Katharina von 
Alexandrien dar, die königlichen Geblütes, mit einem Rad mit 
Zacken gemartert wurde und 307 gestorben ist. Das Gemälde ist 
tatsächlich sehr gut, leider ohne Signirung-. 
Längeres Nachsuchen hat bis jetzt ergeben, dass ein 
Original, nach welchem es.eine Copie sein könnte, bis jetzt nicht 
bekannt geworden. Es könnte somit sich um ein Original handeln. 
Dieses Gemälde dürfte aus dem 17.Jahrhundert stammen. Es 
Lässt auf einen Spanier schliessen, ev. einen Nachläufer des 
Murillo. Doch kann es ganz gut auch von einem Italiener stammen, viel- 
leicht sogar von einem Franzosen oder Deutschen, da ja im 17.und 
L8.Jahrhundert unendlich viele ähnlich gemalt wurden. 
Eine wenn auch ganz kurze Ansichtsäusserung würde mich sehr 
zu Dank verbinden. 
Ich bin, wenn Sie sich für die Sache interessieren, sehr 
gerne bereit, Ihnen das Gemälde nach Zürich zu bringen und eV. auch 
auf Wunsch einige Zeit zur Ausstellung dort zu lassen. 
Ich würde persönlich damit nach dort kommen, wobei dann 
auch über Alles genau gesprochen werden könnte. 
Ich sehe also vorerst Ihren gefl. Nachrichten entgegen 
ınd danke Ihnen zum Voraus verbindlich dafür. 
Indessen zeichne mit der Versicherung vorzüglicher 
Hochachtung ergebenst: 
DO A 
IRA 
Beilagen: 
l Photo 
L frankirtes Couvert
	        
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