Abschrift
we AUERCHaA
KUNSTGESELLSCHAFT
Zürich, den 19. November 194.
Zerrn Alfred EZ. Stehli, Seefeldqual 43,
Zürich 8.
Sehr geehrter Herr,
Unser Herr Präsident, Herr Dr. Franz Meyer, übergibt uns Ihre
an ihn gerichtete Zuschrift vom 15. November zur Beantwortung. Im Ein -
vernehmen mit ihm gestatten wir uns, Sie vor allem zu versichern, dass
Wir wahrscheinlich mehr als Sie die Ursachen bedauern, die eine Darle-
zung der für den Ausbau der Sammlungen im Kunsthaus massgebenden Besus-
bungen innert einer kurzen Frist nach der Generalversammlung vom 31. Mai
verunmiglicht haben.
Sie gründen sich auf das Bewusstsein der Verpflichtung gegen-
über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Bereich der Stadt Zürich
und ihrer Bevölkerung und eines weiteren schweizerischen Umkreises.
Von den früheren Generationen zu angemessener Weiterführung
ibernommen ist a1e Darstellung der zürcherischen Kunst in der Vergan-
genheit und der Gegenwart, so weit ihre Vertreter künstlerisch gon Be-
deutung sind und Werke von selbständiger und persönlicher Haltung vor-
handen sind. Als gute Schweizer Stadt hat Zürich von jeher auch charak-
beristische ausserkantonal-schweizerische Kunst geschätzt und gezeigt,
vorwiegend der letzten und der lebenden Generation, um den lebenden und
len kommenden Geschlechtern Pulssehlag und Bild UnSOTEL Zeit zu über =
liefern, wie unsere Väter uns den Spiegel ihrer Zeit übergeben haben.
Wie Zürleh sich nicht ausserhalb der Schweiz, und die Schweiz
sich nicht ausserhalb Europäa stellen wollen und können, so verschliesst
sich das Zürcher. Kunsthaus auch nicht der künstlerischen Erscheinung
des Auslandes auf dem Gebiete der bildenden Kunst, so wenig als äie
Schweiz sich sonst künstlerisch kulturell, wis auch wirtschaftlich ab-
sondern könnte und wollte. Doch wird bei der Einbeziehung des Auslan -
4es - wo nicht Geschenke oder finanzielle Zuwendungen mit gebundenem
Zweck weiter führen - im Rahmen der ordentlicher Weise verfügbaren Mit-
bel Beschränkung auf ausgewählte und besonders charakteristische Bei -
-a4s. notwendig und richtig erachtet.
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