Zürich, uen L11.1L.Ärz 1440
Herrn Öberrichter Dr.EBalsiger,
„interthurerstr.27,
Zürich 6.
Lieber Hermann,
Zu meinen DJedauern habe ich Dich in den letzten Tagen nicht
sehen können, so gerne ich etwas arrangiert hätte, —- Der Laäler Yeruer
/eber, der heute 1. wvidmannatelier in Küschlikon arbeitet, beklat sich
ie mir scheint zu Recht — über di nn nsetzung, die ihm von Seiten
ier Jury des lunsthauses und der Künstlerkollegen inbezug auf die Be-
schneidung der AussteilungniCglichkeiten zuteil wird. Die Ausstellun“s-
komnission habe ihm schon seiner Zeit die Ausstellung von 1C bis 12
irbeiten bewilligt. Seit 5 Jahren warte er derauf, dass dieses Zuge-
stindnis einmal verwirklicht werde. Lan hat ihm nun zugesagt, dass
ar in diesem Frünjahr Gelegenheit erhalte, in einer Ausstellung mit
andern Künstlern seine Arbeiten zu zeigen. Bei der grossen Lissgunst,
lem neid und der hämischen abfälligen Art, wie die sozenaunten Anerkannter
lie Offiziellen über weniger begünstigte Lünstler urteilen, fürchtet er,
lass man ihn auch diese Ausstellungsgelegenheit irgendwie verderben Sn
über vermindern werde, ZLr bittet mich, durch Zuschriften und telerhoni-
zche Vorstellungen, etwas für ih. zu tun, damit er nicht neuerdin&s abge —-
xürgt werde,
Ich weiss mir nicht anders zu helfen, als mich an Dich zu
yenden., Unser kunsthaus soll und will ja nicht nur einer Richtung dienen.
;jir kennen auf äüiesen Gebiet sowenig eine Gleichschaältung wie in der
Politik. Es macht mir aber oft den Eindruck, dass die Künstler unter-
sinander intoleranter, leidensch-ftlicher und missgünstiger sind als
lie Folitiker. Ueber vwebers Kunst mag der Eine so, der Andere anders
lenken, Dass er etwas kann und dass ihm ausgezeichnete Arbeiten gelungen
3ind, kann ihm doch niemand nehmen. Er ist kein Dilettant, Er darf gewiss
Anspruch erheben darauf, nicht einfach hinausgewimmelt zu werden, Für
ierrn werner ‚eber haben sich zu andern Zeiten auch die Herren S%adt-
era. präsident Dr.K1löti und Frof.Dr.l.ax Huber verwendet,
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