Volltext: Korrespondenz Zürcher Kunstgesellschaft, Sammlung, 01.01.1943-31.12.1943, A-M

Eidg. ammisaion 
“CM, 
nf 2 . 
Gitliied Lei E- Neiflung 
Luzern, den 12. Juni 19%3 
Grundhof 11 ; 
Herrn 
Dr, W., Wartitmannmn 
Direktor des Kunsthauses 
Heimplatz 
Zürich 
Sehr geehrter Herr Direktor, 
Bestätige dankend den Rückempfang der beiden Fhotographien., 
Das Tafelbild mit der Darstellung des"Todes der Maria" und "St, Xl1- 
gius als Hufschmied" auf der Rückseite aus dem Kreise Niklaus Manuels 
ist eine Ruine, Wie wir gestern in Basel anhand der Quarzlampen-Be- 
leuchtung bei Restaurator Aulmann im Kunstmuseum konstatieren konn- 
ten. Die rechte Seite des Todes der Maria, begrenzt durch die Sterbe- 
kerze in der Hand von Maria und Johannes, ist eine Ergänzung, 8lso 
komplett neu. Ebenso sind gewisse Partien, besonders im Mantel des 
kniendenApostels am Fusse des Bettendes, stark erneuert bezw. über 
malt. Der Damast der Bettdecke geht glatt über die Falten des Lin- 
nens hinweg und dürfte daher kaum vom Autor der Komposition stammen, 
sondern eine spätere Zutat sein.Die Köpfe der Apostel sind {im all- 
gemeinen gut erhalten, wenn auch etwas verrieben. Entsprechend dem 
rechtseitigen Drittel der Vorderfront ist die linksseitige Front der 
Rückseite ebenfalls eine Neuzutat, die Teilung zwischen Alt und Neu 
wird begrenzt durch den Amboss. Echt und alt ist der Pferdekopf und 
der sitzende Ritter. 
Unsere Kommission verzäehtet selbatverständlich auf diese Er- 
werbung, die Tafel wäre auch mit Fr. 30,000.-° überzahlt, das Tafelbilc 
war bereits vor Jahren in Basel durch Fritz Stöcklin dem dortigen Mu- 
8eum angestellt worden und zwar vor der Ergänzung, oder wie man diese 
Restauration nennen will. 
Ich nehme sodann Notiz von Ihrer Stellungnahme zu den "Azaleen‘ 
von G. Segantini.,. Es scheint nicht leicht zu sein, die Wünsche des 
Zürcher Kunsthauses mit bezug auf Depositen der Gottfried Keller- 
Stiftung zu erraten. _ 
Mit vorzüglicher Hochachtung und höflichen Grüssen 
Ihrı 
{Ar
	        
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