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Luzern, den 6. Januar 1943
Grundhof 11
Herrn
Dr. WV, WYartmann
Direktor des Kunsthauses
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Sehr geehrter Herr Direktor,
An der Nachlauss-Ausstellung GIOVANNI GIACOMETTI im Kunst-
haus in Zürich vom Jahre 1934 erwarb unsere Stiftung drei Gemälde
zu Fr. 91'000.-- (Fr. 5'1000.=-, Fr. 2'000.--, Fr. 2'000.->-). Auf“
ein weiteres Bild, Kat. Nr. 186, "Grosse Herbsatlandscheft" reflek-
vierten wir unter der Voraussetzung, dass mit irgend einem Museum
ain Subrventionskauf auf der Basis von 50% zustande komme, was, sich
aber zerschlug. Nun wird uns von einem Hrn, Paul Staehelin/ein
Iriptychon Giovanni Giacomettis (Kinderakte) zu Fr. 10'000.-- ange-
voten, das anno 1914 zum gleichen Preis von ihm an einer Ausstellung
im Zürcher Kunsthaus erworben worden sein soll. P. Staehelin offe-
riert uns nun dieses Triptychon zum gleichen Preise. Das veranlasst
mich über die Preise zu orientieren, die in den letzten Jahren für
5iov. Giacomettis Bilder bezahlt worden sind. So viel ich mich er-
innere, waren diese Preise sehr gedrückt und die Preise von der
Nachlass-Ausstellung im Jahre 1934 konnten sich nicht halten.
Ich persönlich bin von diesem Kinderakt-Triptychon (das zu
sehr den Eindruck von blossen Aktstudien macht) nur mässig entzückt,
wenigstens was die Bildw£rkung anbetrifft. Ueber das rein Künstleri-
sche will ich nicht urteilen, da mir nur eine Photographie davon vor
liegt.
Sie sind gewiss über die in den letzten Jahren bezahlten
Preise für Arbeiten Giacomettis orientiert und wäre ich Ihnen aus-
sgerordentlich dankbar, wenn Sie mir Ihr reiches Wissen und Ihre Ir-
fahrung in dieser Richtung zur Verfügung stellen würden. Man kann
äie Preise im Kunsthandel nicht künstlich halten, diese werden be-
aäingt durch Angebot und Nachfrage.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Ihr ergebener
+
ES
AL: