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Die Flucht aus der Zeit

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Bibliografische Daten

fullscreen: Die Flucht aus der Zeit

Monografie

Titel:
Die Flucht aus der Zeit
Umfang:
330 S.
Sammlung:
Bücher
Dokumenttyp:
Monografie
Signatur:
DADA I:4
Persistenter Identifier:
18782
Verantwortlichkeitsangabe:
von Hugo Ball
Autor:
Ball, Hugo
Erscheinungsort:
München [etc.]
Zürich
Verlag:
Duncker & Humblot
Erscheinungsjahr:
1927
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Dimensionen (Quelle):
23,5 x 16 cm
Sprache:
Deutsch
Verantwortlichkeitsangabe:
von Hugo Ball

Kapitel

Titel:
[Teil] II
Sammlung:
Bücher
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
Die Flucht zum Grunde
Sammlung:
Bücher
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Die Flucht aus der Zeit
  • Einband
  • Vorsatz
  • Deckblatt
  • Titelseite
  • Impressum
  • Inhaltsverzeichnis
  • [Teil] I
  • Vorspiel - Die Kulisse
  • Romantizismen - Das Wort und das Bild
  • [Teil] II
  • Von Gottes- und Menschenrechten
  • Die Flucht zum Grunde
  • Register
  • Werbung
  • Vorsatz
  • Einband

Volltext

Die Flucht zum Grunde. 
279 
Postkriptum zur Mittelalter-Philosophie: 12. 
Für den Philosophen widerstreitet die Sünde der Vernunft und 
ist eine Negierung der Vernunft; wobei, was Vernunft ist, vom 
eigenen Ermessen und von der Erfahrung bestimmt wird. Für 
den Theologen ist die Sünde etwas anderes; ihm ist sie eine 
Beleidigung Gottes und eine Verletzung objektiver Rechte.- 
Billigerweise; denn wer die unsterbliche Seele dem sterblichen 
Menschen verliehen hat, der hat auch ein Recht an ihr; und 
wer den Menschen vereidigt hat, dem ist er die Treue schuldig. 
Das hierin umschriebene Gottesrecht ist aufgestellt in den Sakra 
menten der Taufe und der Firmung. Man könnte dabei der 
Meinung sein, es sei gut, daß der Mensch bei aller Vernunft 
und Verantwortung diese beiden Sakramente empfinge, und in 
der Tat haben die Konvertiten einen gewissen Vorrang. Die Kirche 
aber wird wissen, weshalb sie an der Kindertaufe und Kinder 
firmung festhält. 
Ich sprach und schrieb einmal gar viel von Rechtsverletzung 
und Schuld. Und habe doch, wie ich erkennen muß, meinen 
dereinst der Kirche gegebenen Treueid gebrochen. Freilich war 
ich ein Kind, als ich die heilige Firmung empfing; aber es war 
ein besonderer Appell an meine Einsicht und Selbstbewahrung. 
Nun suche ich zurück zur Kirche und ein Leben voller Verfeh 
lungen liegt dazwischen. Vor allen Ungläubigen hätte ich es ver 
bergen können; vor dem Priester aber würde ich damit nicht 
durchkommen. Ich war der eifrigsten einer, die für die Moral 
eintraten, und muß nun erkennen: auch ich gehöre dazu, auch 
ich bin einer von denen. Wie könnte ich meinen Verrat auslöschen 
und vor mir selber bestehen? Indem ich das Lob des Beleidigten 
singe? Was würde mein Loblied sein und bedeuten? So singt eine 
Krähe mit heiserer Stimme. Domine, peccavi.
	        

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