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Nur was gleichzeitig von allen gehört wurde, klang, hat 
vollendet geklungen. Klang einer Welt. So klopft das 
Herz, jedes Herz für alle Herzen. Einklang. 
Dann wieder erfaßt mich Angst und Besorgnis. Uhren 
schlagen Ln einer fremden Welt, und ich bemühe mich, in 
einer dritten zu erwachen, und kann nicht, kann nicht. 
Unbegreiflicher werde ich mir. Keine Flucht gelingt. 
„Mutter!" schreit meine Seele. Und ich kann nicht erwa 
chen. Der Schmerz, der die Welt nicht zu fasten vermag, 
o Einklang, fließt in ein altes verschollenes Kinderlieb: 
„Dort oben auf hohem Berge 
Da treibet das Master ein Rad, 
Mich aber treibet die Sehnsucht 
Von morgens bis abends spat." 
Da bin ich wieder Kind, und aus der blauen Wolke, 
die von weit her zu mir drang, höre ich die mütterliche 
Stimme, die warnt mich vor Gitter, Gosse und Ginster. 
Das ist Gefängnis, Straße und Wahnsinn. 
Dann finde ich mich wieder und erwache, und Augen 
und Kissen sind feucht. 
Jemand hat mir gesagt: „Ich liebe dich." 
Das läßt sich ja nicht aufrecht erhalten. Ob es wohl 
für den Augenblick galt? Ich habe eine Stunde lang 
daran geglaubt. Er sagte, er werde mich nie vergessen. 
Daran muß ich ja glauben. Denn kontrollieren läßt es 
sich nicht.
	        

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