Full text: Der Almanach der Neuen Jugend auf das Jahr 1917 (1)

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Es zwingt Euch überhaupt ein häßliches Verhängnis! 
So wie Ihr Euch über Gesetzlichkeit belehrtet, 
Ward Euch die Welt zu einem gottlosen Gefängnis, 
In dem Ihr Euch als Kerkermeister selbst verehrtet. 
Ihr trachtet nun in kluggefügte Weltgebäude 
Und Zahlenkreise, was sich widerspricht, zu pressen. 
Doch sage ich: Gedanken habt ihr Euch zur Freude 
Und nicht, um eitle Möglichkeiten zu ermessen. 
Ich hasse Euch, als ein Geschlecht voll Weiberweichheit, 
Und überdies zeugt Eure Lebensweisheit Schwächung, 
Der Heldensinn versinkt allmählich in der Gleichheit, 
Und niemand fühlt die Lust am Wort, an Wertzerbrechung. 
Ich war von Anfang an der Menschen Kraftverkünder, 
Und jetzt bin ich die stärkste Widerspruchsynthese: 
Ich liebe Eure nordlichtüberstrahlten Länder 
Und hoffe, daß der Mensch durch seine Lust genese!« 
Es blickt nun der Fremdling empor zu den Bergen, 
Die Wolken, wie Raubvögel, furchtbar umwittern, 
Zu Schluchten, wo Dunsteulen scheu sich verbergen 
Und schon vor Gewittern des Tages erzittern. 
Dann sieht er zum Meere, das riesige Fäuste, 
Die Blitze verkrallen, zum Himmel emporballt, 
Dann schweigt er und sammelt die tiefste Gewalt 
Als früge er sich, ob kein Zauber ihn täuschte. 
Nun ruft er, was längst seine Seele vernommen: 
»Höre denn Mensch, Pan ist erwacht!« 
Dann sagt er, was nach und nach heimlich erglommen 
Und was ihm unendliche Freude gemacht.
	        

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