Full text: Ausstellung Edvard Munch

IX 
In den gleichen Jahren, da auch ein schweizerischer Sammler unter dem 
Eindruck der ihm aus seinen Bildern gewordenen Einsichten sich vor der 
Öffentlichkeit zur Kunst seiner Zeit bekennt, setzt Dr, Linde sich in einem 
mit sorgfältigen Reproduktionen geschmückten Heft mit der Kunst seines 
Freundes auseinander < Edvard Munch und die Kunst der Zukunft, 
Friedr, Gottheiner, Berlin*CharIottenburg, neue Ausgabe 1905), Er unten* 
sucht ihre Bedeutung neben dem im Grunde bereits überwundenen Im* 
pressionismus, beleuchtet die Fragen der malerischen Technik und des 
Stils, der Weltanschauung und der sittlichen Wertung, die ihm im Zu 
sammensein mit den Schöpfungen des Meisters entgegentreten und sieht im 
vollen Glauben an dessen große künstlerische Sendung überall in seinem 
Werk die Fragen auf neue und vorzügliche Art gelöst. 
1907 erschien das erste Buch,- das „Verzeichnis des graphischen Werks 
Edvard Munchs bis 1906" von Gustav Schießer <Bruno Cassirer Berlin). 
Der Band, aus eindringender Sammlerliebe und für Sammler geschrieben, 
enthält eine auf das Wesentliche von Form und Geist des graphischen 
Werks von Munch gehende Einführung und das beschreibende Verzeichnis 
der von 1894 bis 1906 entstandenen Radierungen, Lithographien und Holz* 
schnitte. Er ist längst vergriffen. Die neue, auf die Gegenwart nachgeführte 
Ausgabe wird vom Verfasser vorbereitet, vor ihr wird von diesem in der 
Sammlung der „Graphischen Bücher" bei Arnold in Dresden ein Abbil* 
dungsband über die Munchsche Graphik herauskommen, 1908 setzt sich Jens 
Thiis, der spätere Direktor des Museums von Kristiania, mit einem reich 
illustrierten Aufsatz in der Zeitschrift für bildende Kunst noch einmal als 
Jugendfreund und Gesinnungsgenosse temperamentvoll und beredt für Munch 
ein. Dann folgen mit den größeren Ausstellungen in Deutschland — 1912 
Sonderbund in Köln und Sezession in Berlin, Thannhauser in München, 
1903, 1913 und 1921 Cassirer, 1914 Gurlitt, 1915 J, B, Neumann in Ber* 
lin, 1921 Commeter in Hamburg — die oft sehr aufschlußreichen Kataloge, 
nicht selten mit Einleitungen von deutschen Kritikern, gelegentlich auch mit 
Abbildungen/ neben diesen die beiden „Nordischen Kataloge" für die Gra* 
phik, ohne Angabe von Ort und Jahr um 1910 und 1916 gedruckt, da* 
her der Nummerzahl nach vollständiger als Schiefler,- sie geben in bunter 
Reihe nur die norwegischen Titel, der erste auch die Abbildungen der 
Blätter mitsamt der Ausstellungswand, oft 10 und 20 kleine Bilder auf 
einer Seite.
	        

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