Full text: Ausstellung Ferdinand Hodler

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der Männer und Weiber in den Wandgemälden für Hannover und für 
das Zürcker Kunfthaus, und bis zu dem auf die letzten Elemente von 
Form und Ausdruck vereinfachenden Stil der jüngften Zeit. 
Der Ablauf diefer Entwicklung vom Jahrhundertanfang bis auf den 
heutigen Tag hat fich vor aller Augen vollzogen. Wir kennen ihre Höhe 
punkte in den großen Kompofitionen, deren falt jedes Jahr eine bringt, 
wie die ununterbrochene Kette der verbindenden Bildnisftudien und EinzeU 
Figuren, der Schweizer Seen und Berge, Datierungsfragen find hier kaum 
mehr zu löfen, wo der Künftler nidit felblt für Klarheit geforgt hat, weilt 
die perfönliche Erinnerung feiner Freunde oder die gefchlolfene Folge der 
Werke felblt den Weg, 
So reich und gefchlolfen die Ausheilung nach außen fich darbietet, 
gegenüber dem Gefamtwerk des Meifters ift fie immer noch nickt voll- 
ftändig, Außer gewilfen Werken aus der Frühzeit, die freilick zum Teil 
überhaupt verfckollen find, fehlen die erfte Fällung der «Lebensmüden», 
der im Ausland in zwei Fällungen vorhandene «Auserwählte» <1894), 
der «Teil» <1898), der «Frühling» <1901), die «Wahrheit» <1903), die 
erfte Falfung des «Bewunderten Jünglings» <1903), die «Ergriffenheit» von 
1903, die «Heilige Stunde» von 1903 und die «Heilige Stunde» mit 
fechs Figuren, der «Auszug der Jenenfer Studenten» <1908) und die erfte, 
größte Falfung der «Einmütigkeit» <1912/13), 
Die Zeicknungen bieten für diefe Lücken teilweifen Erfatz,- fo zu 
dem Jahr 1897, da Hodler neben «Marignano» noch weitere Kompo^ 
fitionen für das Sckweizerifcke Landesmufeum vorbereitete, von denen der 
große «Teil» als Gemälde von allerftärkfter Wirkung zum Abfchluß gelangte, 
«Näfels» wenigftens bis zum ausgeführten farbigen Entwurf,- aus diefer Folge 
find drei in kleinem Format durckgearbeitete Entwürfe «Rütli», «Teil und 
Geßler» und «Hans Waldmann» vorhanden, <«Morgarten», «Arnold von 
Melcktal» und andere befinden fick im Kunfthandel.) In vermiedenen Stufen 
ift auch die Entwicklung des «Tag», der «Wahrheit» und des «Auszugj 
der Jenenfer Studenten» aus erften Ideen zum feftgebauten Bilde belegt. 
Eine kleinere Auswahl von Blättern gewährt einen Einblick in die Vor 
arbeiten für die Zeichnung zu den fchweizerifchen Banknoten, aus denen 
fckließlich die Gemälde «Holzhauer» und «Mäher» hervorgingen.
	        

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