Full text: Der Almanach der Neuen Jugend auf das Jahr 1917 (1)

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frei von unauflöslichen Haßknoten: der trete vor Ihn hin, der den 
Splitter im Auge des Feindes übersieht, doch den Kolben nicht im 
Freundesblick. Und dieser unter euch Königen werfe ruhig des Unter« 
gangs letztes Ekrasit! 
Ihr Zaren, ihr Welt« Vierfürsten, dieser Zerstörer unter euch spreche 
furchtlos <und fürchte den großen Zerstörer nicht). Er spreche dem« 
nächst auf dem großen Aschenfelde: »Die Welt ist untergegangen. 
Meine Gerechtigkeit hat diese Welt gerichtet!« 
Euch aber ist Röte, Gesundheit am lieben Leib, was am fremden 
euch Schamröte ist. Es ist euer Verlangen vom Nachbarsverlangen so 
unterschieden wie die Eier des Doppeladlers von den Eiern, vom Vogel 
Rock bebrütet. Darum, ihr Mordvögel, krähet <eh euch nicht Fran« 
ziskus verwandelte), von eurem Korne vielmehr, vom umpanzerten 
Engerling! Nicht aber singet, Blutfedernumringte, von den seligen 
Phönixbildern! Hahn unter den Völkern, schwer-atmenden Leibes 
du, nicht locke mit,Freiheit' in das Messer des Hähnemetzgers! 
Aar und Löwe: wollt ihr euch ganz umbringen, Freund und 
Feind? Wollt ihr niemanden mehr am Leben lassen, blutige Kiefern ? 
Ihr Herrscher, wollt ihr in euern Ländern allein sein, unter Frauen 
und Kindern, euern zukünftigen Hügelerstürmern? Dann — wir er« 
suchen euch: dann redet, dann laßt drucken, dann verlautbaret weiter 
wie bisher: »Genaht die Entscheidung! Nur diesmal auf Kniee den 
schon müden, den kaiser«harten Feind!« 
* 
Und darum, ihr Könige, die ihr das lautere Wort nicht liebet, 
darum lauscht auf die stillere Stimme, auf die Listen höret der 
raunenden Geheimredner! — Wofür kämpfet ihr noch, Anfeuerer? 
Wofür diese »Berge Toter vor den gewonnenen Kilometern«? Für den 
Sieg? Wort ohne wahrhaften Inhalt, vom Feinde zugleich beansprucht! 
Für die Zukunft? Ganz leeres Wort, des Verschwenders Geld und 
des verlorenen Sohnes! Für Gut und Wohlfahrt? Im bösesten Ernste?
	        
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